| Press Article in IHK Frankfurt am Main
Press Article in Frankfurt Business Chambers
Acellere
Kühn, innovativ, international: Mit diesen Worten beschreiben Vishal Rai und Sudarshan Bhide ihr Unternehmen Acellere. Die Gründer wollen mit Technologie den Alltag für Menschen einfacher gestalten.

Wir leben in einer Zeit, in der Technologie ganze Industrien verändert. In dieser Zeit zu le- ben und zu arbeiten sowie nach Möglichkeiten Ausschau zu hal- ten, fasziniert und inspiriert den Gründer Vishal Rai. Mit seiner Firma Acellere möchte er das Beste aus dieser spannenden Zeit herausholen. „Innovative, gut funktionierende Software ist der Treibstoff der Zukunft – wir bauen eine Maschine, die für Unternehmen Software schreiben wird!“, so Rai. Acelleres Haupt- produkt ist eine Software-Engi- neering- und Analytics-Platt- form, die Codes analysiert, Fehler aufspürt, diese für jeden leicht verständlich darstellt und dabei hilft, die Fehlerbehebungen zu priorisieren. Zudem baut Acellere Software für seine Kunden mit- hilfe dieser Plattform. Sie erkennt Problemfelder im Code und hilft dabei, Lösungen für diese zu finden. Acellere hilft jedem im Unternehmen, sowohl Projekt- managern als auch Entwicklern, Probleme in der Software zu erkennen, zu verstehen und an- schließend zu beheben. „Diese Kombination ist einzigartig“, sagen Rai und sein Mitgründer Sudarshan Bhide. Eine gesunde Software und fehlerfreier Code geben Unternehmen einen wich- tigen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt. Acellere hilft Unter- nehmen, ihre Software schön zu machen und mit der Plattform Software zuverlässig und mit erstklassiger Qualität zu bauen.

Die beiden Gründer sind große Fans des traditionellen deutschen Denkens und der deutschen Arbeitsweise – gut und beständig. Eine solche Denkweise benötige die Platt- form, um das Potenzial komplett ausschöpfen zu können. Aus die- sem Grund haben sich die Unter- nehmer Frankfurt als Firmensitz ausgesucht. „Frankfurt ist die perfekte Mischung aus Kapital, Kunden und einem internati- onalen Umfeld, welches man besonders als Start-up braucht“, sagt Rai. Auch die Nähe zu füh- renden Universitäten wie der TU Darmstadt biete den Vorteil, direkt mit jungen Talenten in Kontakt treten zu können.

Gegründet wurde Acellere im Oktober 2009 gemeinsam von Rai und Bhide, seither sind beide Geschäftsführer. Heute hat Acellere ein globales Team von rund 50 Mitarbeitern. Sieben davon sitzen in Deutschland, die verbleibenden Mitarbeiter arbei- ten in einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in Pune, Indien. Bezogen auf die Mitar- beiterzahl ist die Firma an beiden Standorten über 100 Prozent im Jahr gewachsen. Der Plan ist es, ein ähnliches Wachstum für die absehbare Zukunft zu generieren. Nach fünf Jahren Forschung und Entwicklung sind die Idee und das Design nun in die Realität um- gesetzt worden; in diesem Jahr wird die erste Lizenzversion der Plattform veröffentlicht.

Der Name Acellere ist ein Wortspiel aus Acceleration (Be- schleunigung) und Cell (Zelle). Mit der Technologie von Acel- lere können nicht nur Probleme gefunden, sondern auch auto- matisch behoben werden. Die Geschwindigkeit, mit der die Plattform arbeitet, ist laut Aussa- ge der Gründer schneller als jedes vergleichbare Produkt auf dem Markt. Software kann analog zu den Zellen im menschlichen Kör- per gesehen werden, und wie alle diese Zellen zusammenarbeiten, bestimmt somit auch das gesam- te Funktionieren des Organismus. „Ein Softwaresystem funktioniert genauso und daher das Wort Zelle“, so Rai.

Bei der Frage nach Heraus- forderungen auf dem Weg in die Selbstständigkeit sagt Rai, dass dies eine sehr schwierige Ange- legenheit in Deutschland sei, vor allem für Menschen, die davor in Großunternehmen gearbeitet haben. „In Deutschland werden zu wenige Anreize gesetzt, um sich selbstständig zu machen“, so Rai. Die Gesetze diesbezüg- lich müssten sich ändern. Als weiteren schwierigen Faktor sieht er die Kapitalbeschaffung, gerade bei innovativen Ideen stoße man oft auf Ablehnung aufgrund des hohen Risikos. Als weiteren Faktor sieht Rai hohe Compliance-Kosten. Eine weitere entscheidende Voraussetzung für die Markteinführung und das Wachstum der Firma sind die richtigen Talente. Doch gera- de Softwareprogrammierer und -entwickler seien heiß begehrt.

Rai bedauert, keine finanziel- le Hilfe von Institutionen erhal- ten zu haben. Bei der Kapitalbe- schaffung griff der Gründer auf Freunde und Bekannte zurück, die von der Idee zu überzeugen wa- ren. Das Unternehmen lebt von dem Vertrauen und der Zufrie- denheit seiner Kunden. Rai hofft in Zukunft auf mehr Unterstüt- zung. „Wir arbeiten schließlich intensiv daran, aus Frankfurt ein globales Ziel für Investoren und andere Start-ups zu machen“, so der Gründer. Die bisher fehlende Unterstützung führt bei Acelle- re zu Überlegungen, in andere Standorte wie Berlin, München oder Silicon Valley zu expandie- ren, da man dort von der Stadt besser unterstützt werde.

Von seinen Mitbewerbern kann sich das Jungunternehmen gut abgrenzen. Denn der größ- te Teil der Kerntechnologie der Wettbewerber ist über 15 Jahre alt. Laut Rai sei sie sperrig, lang- sam und teuer und meist auch sehr kompliziert zu bedienen. Die Technologie von Acellere ist laut Aussage des Unternehmens die schnellste auf dem Markt heute und wird auch noch morgen die modernste Softwareplattform sein. Außerdem sei die Platt- form am einfachsten zu bedie- nen, was einen enormen Wert für das Produktangebot generiere. „Wenn man die älteren Tech- nologien mit Handys vergleicht, wären sie Nokia und unsere das iPhone von Apple“, so Rai. Beide hätten dieselbe Aufgabe, aber eines der Produkte war für die Zukunft kreiert mit dem Wis- sen einer besseren Benutzung. „Höchstwahrscheinlich sind wir auch das erste Unternehmen, das eine solch mächtige Plattform in Deutschland geschaffen hat – und darauf sind wir sehr stolz“, sagt Rai.

Den Erfolg von Acellere spricht Rai in erster Linie seinen Mitarbeitern zu. Seiner Meinung nach hat er das beste Team zu- sammengebracht, welches mit Leidenschaft und Verstand für Acellere arbeitet. Als zweiten Erfolgsfaktor nennt Rai seine Kunden. Dies sind Unternehmen wie Commerzbank, Continental, BMW, 1&1 und Vodafone. Sie vertrauen dem Acellere-Team und der Plattform. „Wenn wir zusammen die kompliziertesten Probleme lösen, macht das sie und uns extrem zufrieden“, sa- gen die Gründer. Marketing hat Acellere bisher kaum betrieben. „Wir wollen stets unsere Kunden zufriedenstellen und profitieren dann von den Empfehlungen“, sagt Rai. Im Unternehmen ver- suchen die Teammitglieder dann, mithilfe der Kundenerfahrungen das Produkt stetig weiterzuent- wickeln. Acellere ist bereits die Softwareunterstützung eines führenden Autoherstellers für die Entwicklung von selbst fah- renden Autos und deren Pro- grammierung, damit sie besser und sicherer werden. Auch in der Bankenbranche kann das Team neue Produkte schneller und effizienter für seine Kun- den erstellen. Banken nutzen die Plattform, um bessere Software schneller zu entwickeln und sich dadurch Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Für die nahe Zukunft hat sich das Jungunternehmen zwei Ziele gesteckt. Zum einen soll 2016 die Lizenzversion der Plattform starten. Und zum anderen steht die Kapitalbeschaffung für das globale Wachstum der Firma an. Auch für die langfristige Planung ist das Team von Acellere opti- mistisch. Die Entwicklung der nächsten fünf Jahre schätzen sie durchweg positiv ein. Wenn sie es schaffen, die Dynamik und das Wachstum des Unternehmens der letzten fünf Jahre beizu- behalten, dann werden sie eine Tour de Force in der globalen Technologiebranche hinlegen, so die Gründer.

Als Vorbild nennt Rai üb- rigens den US-amerikanischen Unternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk. „Nicht besonders ori- ginell“, gibt Rai zu. Musk gehe jedoch Risiken ein und traue sich, große Herausforderungen anzu- gehen. Das sei sehr inspirierend. Nach all den Abenteuern und Erfolgen könnte Musk längst den einfachen Weg gehen – aber das tue er nicht, weil er ein echter Vi - sionär sei. Diese Leidenschaft ist ansteckend und spornt auch Rai dazu an, in großen Dimensionen zu denken und Sachen einfach auszuprobieren.